Von:
Veronika Kaeppel

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Mein Vorbild hat sich leise, aber mit nachhaltiger Wirkung in mein Leben geschlichen. Alles begann mit einem Buch über den deutschen Theologen und Widerstandskämpfer Dietrich Bonhoeffer, das mir mein Onkel zur Konfirmation geschenkt hatte. Theologie wollte ich eigentlich nie studieren. Das sei nichts für mich, war ich fest überzeugt. Irgendwas mit Musik sollte es sein.

Nach der Schule hatte ich begonnen, Musikwissenschaft zu studieren. Nur glücklich war ich damit nicht. Ich bekam das Angebot, eine Künstleragentur aufzumachen. Mein großer Traum schien greifbar nahe! Ich war drauf und dran, mein Studium abzubrechen. Rein aus Interesse bin ich dann ins Kino gegangen und habe den Film „Die letzte Stufe“ gesehen. Faszinierte mich doch die Person Bonhoeffer, seit ich jenes Buch von meinem Onkel gelesen hatte.

Je länger der Film dauerte, desto mehr beeindruckte mich Bonhoeffers Glaube. Nicht einmal die Nazis konnten sein Vertrauen auf Gott brechen. Noch nicht einmal der Tod durch Erhängen konnte Bonhoeffer von seinem Glauben abbringen. Diese Geradlinigkeit fasziniert mich und lässt mich zugleich ehrfürchtig zu Bonhoeffer aufblicken, lässt mich grübeln, ob mein Vertrauen auf Gott auch so unerschütterlich ist. Das Vorbild Bonhoeffer gibt mir aber auch Mut, in schwierigen Phasen meines Lebens nicht aufzugeben.

Eigentlich hatte ich nie vor, Theologie zu studieren, aber als ich von dem Kino nach Hause ging, da hatte ich plötzlich so ein Gefühl in mir. Ich wusste, das ist es, ich werde Theologie studieren. Das war eine meiner spontansten Entscheidungen und ich bin bis heute froh, dass ich diesen Weg eingeschlagen habe. So wurde Dietrich Bonhoeffer zu einem Wegbegleiter und vor allem zu meinem Vorbild im Glauben.